Mitsubishi Electric und der Duisburger Hafen

Logistikprozesse

» In der Logistik geht es darum, beweglich zu bleiben – auch und vor allem im eigenen Kopf. «

Jürgen Paland, Division Manager Branch Logistic

 

Ganz in der Nähe der Hafenbecken, auf dem riesigen Areal des ehemaligen Krupp-Hüttenwerkes Duisburg-Rheinhausen, befindet sich der sogenannte logport. Auf dem 2,65 Mio. m2 großen Gelände, das Platz für über 370 Fußballfelder bieten würde, haben sich inzwischen viele Logistikdienstleister niedergelassen. Hier, wo der Strukturwandel im Ruhrgebiet wie kaum irgendwo sonst erlebbar wird, befindet sich auch das europäische Zentrallager von Mitsubishi Electric, das die Drehscheibe für die Weiterverteilung der aus aller Welt angelieferten Produkte an die Niederlassungen in ganz Europa bildet.

Verantwortlich für diese Logistikprozesse ist Jürgen Paland.
Er arbeitet schon seit 1992 im Unternehmen und koordiniert die verschiedenen Fachabteilungen und Dienstleister. Gemeinsam mit seinem Team sorgt er dafür, dass die Warenströme pünktlich bei den Kunden ankommen. Im Gespräch erzählt er, wie die Transporte ablaufen.

» Wir nehmen zunächst die Bestellungen aus unserem Haus und von unseren europäischen Niederlassungen entgegen «, erklärt der Logistikexperte. » Diese leiten wir dann an die Zentrale in Japan weiter, die die Bestellungen für uns avisiert «, fährt er fort. Natürlich wird dieser Ablauf von der ersten Eingabe an durch unsere moderne IT abgebildet. Ein immer größer werdender Teil unserer Kunden bestellt Waren bereits bequem über einen unserer Webshops – zeitunabhängig von jedem Ort der Welt. Die Waren, um die es dabei geht, könnten kaum unterschiedlicher sein und umfassen alles, von der kleinen Batterie bis zum kompletten Antriebsstrang für Schienenfahrzeuge. Manche Produkte, wie zum Beispiel die großen Laserbearbeitungsmaschinen, sind so groß, dass sie in herkömmlichen 40-Fuß-Containern keinen Platz mehr finden. Das macht sie auch für das eingespielte Team von Jürgen Paland zur kleinen Herausforderung.

» Übergroße Maschinen werden auf sogenannten Flat-Rack-Containern ganz oben auf den Containerschiffen transportiert «, erklärt er ruhig und gelassen. » Die eigentliche Herausforderung liegt aber darin, dass das hochpräzise Anlagen sind, die Werkstücke mit Toleranzen im Mikrometerbereich bearbeiten. Werden sie beim Be- oder Entladen zu hart abgesetzt, kann die Genauigkeit leiden. «

Ein Container aus Japan braucht etwa 36 bis 38 Tage nach Europa, bevor er in Rotterdam gelöscht wird. Besonders eilige Waren werden hier auf Lkws verladen und nach Duisburg gebracht. Die meisten Container reisen aber umweltschonend und CO2 – arm auf der Schiene weiter. Dazu verkehren jede Woche zwei Güterzüge nur für Mitsubishi Electric von Rotterdam nach Duisburg. Durch die Lage am Rhein wird ein Teil der Container auch per Binnenschiff transportiert – den letzten Kilometer vom Hafenterminal ins Zentrallager werden sie dann aber doch noch per Lkw chauffiert. Auf diese Weise erreichen pro Monat etwa 350 40-Fuß-Container das Lager, wo sie entladen werden. Danach folgt eine Sichtkontrolle der Waren, gleichzeitig werden Stückzahlen und Artikelnummern überprüft. Ist alles in Ordnung, werden sie eingelagert und es herrscht erst mal » Ruhe im Karton «.

Bei der Ersatzteillogistik kann dagegen gelegentlich Hektik aufkommen. Wenn es eilt, wird ein Ersatzteil schon mal per Kurier zum Kunden geschickt – falls nötig, sogar mit dem Hubschrauber. » Häufig kommt das nicht vor, unsere Produkte sind ausgesprochen zuverlässig «, sagt Jürgen Paland nicht ohne Stolz, » doch wenn zum Beispiel in einem großen Automobilwerk in Frankreich die Fertigung steht, kostet das gleich richtig viel Geld. Flug und Kurier fallen da nicht mehr ins Gewicht, Hauptsache, die Anlage läuft
wieder.«

Kurz danach muss er sich dann auch schon aus dem Gespräch verabschieden und weitermachen – um die Warenströme in Bewegung zu halten.

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