Das Shinkasen-Netz

Big in Japan

Höchste Eisenbahn

 

Falls Sie in mit dem Shinkansen fahren, dem japanischen Äquivalent zum deutschen ICE, seien Sie unbedingt pünktlich auf dem Bahnsteig – denn die Züge sind es auch. Die Bahngesellschaft JR Central macht sogar Werbung damit, dass man seine Uhr nach dem Zug stellen kann. Der Siegeszug der Pünktlichkeit begann mit der planmäßigen Inbetriebnahme der ersten Strecke zu den Olympischen Sommerspielen 1964 in Tōkyō. Die Züge auf dieser TōkaidōShinkansen genannten Linie zwischen Tōkyō und Ōsaka sind auch heute noch überpünktlich und kommen im Schnitt gerade einmal 36 Sekunden zu spät – unvorhergesehene Ereignisse wie Taifune, Erdbeben und Godzilla mit eingerechnet! Alle ShinkansenZüge haben zusammengerechnet pro Tag eine Verspätung von unter fünf Minuten.

Der Grund für die Pünktlichkeit liegt vor allem darin begründet, dass sich die Schnellzüge ihr Gleisnetz nicht wie auf den meisten Trassen in Deutschland mit Güter- oder langsameren Zügen teilen müssen. Die Strecken sind zudem kreuzungsfrei und in Durchgangsbahnhöfen gibt es Mittelgleise abseits vom Bahnsteig. Dadurch muss der Shinkansen sein Tempo zu keiner Zeit verlangsamen. Fährt ein Lokführer auf einem Streckenabschnitt trotz all dieser Maßnahmeneinmal mit 15 Sekunden Verspätung ein, muss er sich schriftlich erklären.

Auch das Ein- und Aussteigen auf den Zwischenstopps ist präzise durchorganisiert und verhindert Zeitverluste: Die Bereiche, in denen die durchnummerierten Türen des Zuges zum Halten kommen, sind auf dem Boden markiert, so dass man sich zentimetergenau zu seiner Sitzplatzreservierung anstellen kann. Dass ein Zug einmal in umgekehrter Wagenreihung verkehrt und dadurch eine wahre Völkerwanderung über den Bahnsteig auslöst, wie dies in Deutschland regelmäßig der Fall ist, kommt nicht vor. Zusätzlich schreiben besagte Bodenmarkierungen z. T. sogar vor, wo und wie man sich als Zusteigender anzustellen hat, damit man die Ankommenden nicht behindert. Dadurch ist Unpünktlichkeit bei der japanischen Eisenbahn kein Thema – übrigens auch nicht für Reisende, die selber zu spät kommen, denn die Großstädte werden im 3- bis 10-Minuten-Takt angefahren – der nächste Shinkansen geht also schon bald.

Übrigens, im Shinkansen sind auch einige Produkte von Mitsubishi Electric verbaut. Das sind beispielsweise Converter-Inverter, Traction transformer und HVAC – Systeme zur Klimatisierung.

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